Das jetzige Gotteshaus ist das dritte oder vierte an seinem Platz. In der langen Amtszeit von Papst Clemens XI. (1700-21) wurde die Hl.-Kreuz-Kapelle zu Kersbach das Ziel von Wallfahrten an den Festen der hl. Helena (18. August) und Kreuzauffindung (3. Mai). Der Papst gewährte den Pilgern mit zwei Briefen aus den Jahren 1709 und 1716 unter der Bedingung einer reumütigen Beichte und des Empfanges der hl. Kommunion einen Ablass und ermahnte sie, für die Eintracht der christlichen Fürsten untereinander, für die Erhaltung des wahren Glaubens und für die Stärkung der Kirche zu beten.
Bald wurde die Kirche zu klein und auch ruinös. Der bayerische Kurfürst Karl Albert befreite die Kersbacher vom Dienst am Rothenberger Festungsbau, bzw. von Arbeiten für die Garnisonkirche und gestattete ihnen weiterhin die eigene Verwaltung ihres Kirchenvermögens.